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(Turngemeinde Würzburg - Karate) |
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Artikel zum CRB - Lehrgang in Straßburg
Winterlehrgang Kan-Geiko mit Roland Habersetzer in Straßburg (29./30.11.2003) C’est la sensation qui compte! Der Lehrgang war in drei Einheiten unterteilt, in denen jeweils ein besonderer Schwerpunkt herausgearbeitet wurde. Der Vormittags - Trainingsblock am Samstag diente dazu, den Teilnehmern bewusst zu machen, dass sich jede Karate-Technik idealerweise aus drei Komponenten zusammensetzt: hakkei, kime und kake-goe. Hakkei ist dabei eine ungerichtete Explosion von Energie nach außen. Kime gibt die Richtung der Energie an und macht die Technik somit erst zielgerichtet. Kake-goe ist die Zeitkomponente der Technik. Sie wird bestimmt von der Zeit, die zur Übertragung der gesamten Energie in den gegnerischen Körper benötigt wird. Bei den anschließenden Übungen legte Sensei Habersetzer besonderen Wert auf die zweite Komponente, das kime. Er forderte uns deshalb auf, den Geist immer offensiv und mit der nötigen kontrollierten Aggressivität nach vorne auszurichten, immer nach dem Motto: „hineingehen wie ein Tier, herauskommen wie ein Mensch!“ Da dies vor allem bei Abwehrtechniken für viele ein Problem darstellte, wies er uns darauf hin, dass Block-Konter-Techniken nicht als zweigeteilte Techniken sondern vielmehr als Einheit zu betrachten seien. Der Block diene im Grunde genommen nur der Vorbereitung des Gegenangriffs. Wer sich dies nicht klar genug vor Augen führt, laufe Gefahr, den Konter zu langsam auszuführen oder gar völlig zu vergessen. Bei alledem müsse sich der Karateka aber davor hüten, in eine Art ‚Tunnel‘ zu geraten und seine Aufmerksamkeit nur auf einen (frontal angreifenden) Gegner zu richten. Deswegen ließ er uns in Dreiergruppen üben und zwang uns damit, unsere Aufmerksamkeit auf zwei Angreifer zu verteilen, uns somit von unserem ‚Tunnelblick‘ zu befreien. Wichtig war ihm dabei auch, dass wir die Übungen nicht als beendet betrachteten, wenn beide Angreifer abgewehrt und zu Boden gebracht waren. Vielmehr sollten wir darüberhinaus noch für eine kurze Zeit zanshin bewahren, lange genug, um uns zu vergewissern, dass nicht noch weitere Angreifer lauerten.
All dies diente dem Hauptziel, in uns eine Art von Gefühl oder innerer Einstellung –sensation– für den Angreifer, aber auch für uns selbst hervorzurufen. Eine sensation als Grundlage, auf der das gesamte Karate aufgebaut werden kann. Die Nachmittagseinheit sollte uns vor allem mit den Grundtechniken einer von Roland Habersetzer entwickelten Selbstverteidigungskata vertraut machen. Seinen Ausführungen zufolge erstrecken sich um jeden Menschen verschiedene Zonen wie konzentrische Kreise. Ein Eindringen Fremder in diese Zonen wird als Aggression wahrgenommen. Einem Eindringen in den Außenbereich, to-ma, kann man noch durch bloßes Ausweichen und Wiederherstellen der Sicherheitsdistanz begegnen. Überschreitet der Gegner die nächste Grenze zum Bereich ma, so bringt man sich mittels einer von Habersetzer entwickelten Technik in eine Bereitschaftsposition, um gegebenenfalls auf weitere Aggression angemessen reagieren zu können. Dringt der Angreifer in den innersten Sicherheitskreis, jika-ma, ein, benötigt der Verteidiger eine Technik, die ihm zunächst Schutz bietet und das Vordringen des Gegners zumindest kurzzeitig stoppt, bevor er sich mittels der ma-Technik dem Angreifer zuwendet. Diese jika-ma-Technik muss nach Habersetzers Überlegungen einige Voraussetzungen erfüllen. Neben Einfachheit und Effektivität kommt es vor allem darauf an, dass sie auch unter Stressbedingungen von jedem sicher ausgeführt werden kann. Auf dieser Grundlage entwickelte er eine einzige universelle Kombination, mit der auf Angreifer aus allen Richtungen reagiert werden kann. Der Verteidiger muss somit nicht erst eine Entscheidung treffen, welcher Technik er sich bedient sondern kann sofort und ohne Zeitverlust reagieren. Die letzte Trainingseinheit am Sonntag Vormittag war zunächst den Katas gewidmet, bevor wir uns dem Kobudo zuwandten. Die erste Waffe beim Kobudo, der Tanbo, stand ebenfalls im Zeichen der Selbstverteidigung. Auch hier bedienten wir uns wiederum der am Vortag erlernten ma-Technik, allerdings in einer leicht angepassten Form. Da nicht alle Teilnehmer einen Tanbo besaßen, konnte gleich unter realistischen Bedingungen, beispielsweise mit einer zusammengerollten Zeitung, trainiert werden. Den Abschluss des Lehrgangs bildeten Katas, wahlweise mit Bo oder Sai.
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Autor: just
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Artikel
vom 20.12.2003, 11:06 Uhr
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